Erektile Dysfunktion (Erektionsstörung)

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Erektile Dysfunktion (ED) oder Impotenz ist die Unfähigkeit eine Erektion (harter Penis) zu bekommen oder sie solange zu halten, bis man befriedigenden Sex hatte. Damit eine Erektion aufrechterhalten werden kann, muss Blut in den Penis fliessen und dort bis zum Orgasmus bleiben.

Männer haben von Zeit zu Zeit Erektionsprobleme. Wenn eine ED häufig auftritt, kann eine medizinische Therapie helfen.

Die ED kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch bei Männern ab 65 häufiger. Häufigste Ursachen einer ED sind körperliche (organische) Beschwerden (70% der Männer), in 10-20% der Männer führen psychische Belastungssituationen zu einer ED. Eine Kombination organischer und psychischer Ursachen betrifft ca. 10-20% der Männer.

Was verursacht eine erektile Dysfunktion?

Jedes physische oder emotionale Leiden, das mit dem sexuellen Verlangen oder dem Blutkreislauf oder den Nervensignalen an den Penis zu tun hat, kann ED verursachen.

Die am häufigsten auftretenden Ursachen sind Leiden, die die Blutgefässe und den Blutkreislauf im Penis betreffen, so wie die Verkalkung von Arterien (Arteriosklerose), die mit Diabetes, Rauchen, hohem Blutdruck und hohem Cholesterinspiegel verbunden ist. Daher kann ED auch auf andere ernsthafte gesundheitliche Probleme hinweisen. Zu den anderen üblichen Ursachen für ED gehören Medikamente (z.B. Anti- depressiva, Schlaftabletten und Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, Schmerzen oder Prostatakrebs), sowie Alkohol, Tabak und illegale Drogen.

Andere weniger häufige Ursachen für ED sind unter anderem:
  • mangelndes sexuelles Verlangen aufgrund von Depression, Angstzuständen, Gehirnerkrankungen (z.B. Infarkt) und ein niedriger Testosteronspiegel (das männliche Sexualhormon).
  • Schäden an Nerven, die Signale vom Gehirn an den Penis senden, aufgrund von Diabetes, multipler Sklerose (MS), Rückenmarksverletzungen, Operationen im Beckenbereich oder an der Prostata, Bestrahlungstherapie oder Beckentrauma.
  • Unausgeglichenheit des Hormonhaushaltes sowie ein niedriger Testosteronspiegel, ein hoher Prolaktinspiegel oder eine Störung der Schilddrüsenfunktion.
  • chronische Nieren- und Lebererkrankung, die die Blutgefässe, Nerven und Hormonspiegel beeinträchtigen.
  • In seltenen Fällen ist eine Vernarbung des Penis die Ursache für eine starke Verkrümmung (PeyronieKrankheit), die normale Erektionen unmöglich macht.
Eine gesunde Lebensweise mit regelmässigem Sport, guter Ernährung, ohne Tabak und mit eingeschränktem Alkoholkonsum hilft bei der Vermeidung einiger Bedingungen, die ED verursachen können.

Wie wird erektile Dysfunktion diagnostiziert?

Um die Ursache von ED zu bestimmen, wird Ihr Arzt Erkrankungen, die in Zusammenhang mit der ED stehen können, Ihre Medikamente, und physische oder emotionale Änderungen in Ihrem Leben erfassen. Die Beurteilung beinhaltet auch eine körperliche Untersuchung und die Messung von Testosteron im Blut.

In Abhängigkeit von Ihrer Krankheitsgeschichte, der körperlichen Untersuchung (einschliesslich einer Untersuchung Ihres Penis und der Hoden) und dem Testosteronspiegel im Blut kann Ihr Arzt weitere Laboruntersuchungen, darunter für das luteinisierende Hormon (LH), das follikelstimulierende Hormon (FSH), Prolaktin, den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel im nüchternen Zustand und Tests der Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktion anordnen. In seltenen Fällen werden auch spezielle Untersuchungen durchgeführt, um die Nervenfunktion sowie die Durchblutung zu beurteilen.

Wie wird erektile Dysfunktion behandelt?

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache und dem Ausmass der ED. Unter anderem gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:
  • Medikamente in Tablettenform
    Drei wirksame Wirkstoffe sind erhältlich:
    Sildenafil, Talafadil und Vardenafil. Alle drei erhöhen den Blutfluss in den Penis während der sexuellen Stimulation. Gelegentlich wird auch Yohimbin verschrieben, jedoch ist dies deutlich weniger wirksam.
  • Penistherapien
    Medikamente, die in den Penis injiziert oder in die Harnröhre eingeführt werden, um den Blutfluss zu erhöhen. Diese können möglicherweise wirken, wenn die oralen Medikamente keine oder eine ungenügende Wirkung aufweisen.
  • Testosteronersatztherapie
    Testosteron kann bei Männern mit niedrigem Testosteronspiegel durch Injektionen, Pillen, Hautpflaster und Gele ersetzt werden.
  • Vakuum-Erektionshilfe
    Ein externer Kunststoffzylinder und eine Vakuumpumpe, die Blut in den Penis pumpen und dann durch einen Ring an der Peniswurzel verhindern, dass das Blut zurück in den Körper fliesst.
  • Operation
    Penisimplantate (steife oder aufblasbare Versionen) werden bei den wenigen Patienten verwendet, die auf andere Therapien nicht ansprechen. Implantate sind teuer, können Infektionen verursachen und langfristig nicht wirken.
  • Psychologische Beratung
    Wenn eine Beziehung oder ein emotionales Problem die Ursache Ihrer ED ist, kann Ihnen Ihr Arzt empfehlen, einen Sexualtherapeuten aufzusuchen (evtl. zusammen mit Ihrer Partnerin).
Die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung von ED ist nicht erwiesen und einige davon enthalten sogar schädliche Stoffe.

Alle Behandlungsoptionen haben Risiken, und es kann mehrere Versuche brauchen, bis die richtige Behandlung für Sie gefunden ist. Ihr Arzt wird Ihnen dabei helfen, die beste Behandlungsmöglichkeit für Sie zu finden.

Was sollte ich mit dieser Information tun?

Wenn Sie schon länger als zwei Monate an ED leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen um die Ursache zu klären. Wenn die Ursache Ihrer ED ein hormonelles Ungleichgewicht ist, kann Ihnen ein Endokrinologe (ein Spezialist für hormonelle Erkrankungen) helfen, eine Diagnose zu stellen und Ihr Problem zu behandeln.

Erektile Dysfunktion

<